25th Dez2013

30.04.2014 – Revision

by admin

Film + Gespräch

– Themen: Ausländerfeindlichkeit, Strafverfolgung rechtsextremer Taten und Unterstützung von Opfern rechter Gewalt in Deutschland

– Wann + Wo:

  • Mittwoch, 30.04.2014 ab 18.30 Uhr
  • im Jugendinformationszentrum (JIZ)
    -> Herzogspitalstr. 24 (Eingang: Herzog-Wilhelm-Straße – Nähe Stachus)

– Diskussion mit Fachleuten und Publikum (nach dem Film):

  • Nicola Hieke (LKS – Landeskoordinierungsstelle Bayern gegen Rechtsextremismus)
    Infos: www.lks-bayern.de

– Moderation: Cumali Naz (Stadtrat + Interkultbeauftragter des Kreisjugendring München-Stadt)

– Eintritt frei – Anmeldung (nur) für Gruppen im JIZ erbeten!

Einlassvorbehalt:
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zuritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

– Infos zum Film: (D, 2012, 106 Min., FSK: 12 Jahre)

revision
Bild: pong film

Inhalt:

Am 29. Juni 1992 entdecken Erntearbeiter in einem Getreidefeld in Mecklenburg-Vorpommern nahe der deutsch-polnischen Grenze zwei leblose Körper. Grigore Velcu und Eudache Calderar, Roma rumänischer Herkunft, waren beim Versuch, die damalige EU-Außengrenze zu überschreiten, von zwei Jägern erschossen worden. Angeblich hatten die Jagdtouristen die beiden in der Morgendämmerung mit Wildschweinen verwechselt, die Umstände sind letztlich nie aufgeklärt worden. Zu einer Verurteilung kam es nicht, der sich bis ins Jahr 2002 hin schleppende Prozess, in dem entscheidende Aspekte nicht verfolgt wurden, endete mit einem Freispruch mangels Beweisen. Knapp 20 Jahre nach dem Tod der beiden Flüchtlinge nimmt die filmische Revision Spuren auf, holt seinerzeit ausgebliebene Ermittlungsrecherchen nach. Erstmals kommen die Hinterbliebenen in Rumänien zu Wort, ortskundigen Zeugen und Sachverständigen wird Gelegenheit gegeben, die Ermittlungsergebnisse zu kommentieren.

Umsetzung

Im Unterschied zu Dokumentarfilmerzählungen, in denen die Interviewten direkt in die Kamera sprechen, als Betroffene, Zeugen und Experten unmittelbar zu Wort kommen, zeigt sich in Revision ein dem Sujet angemessenes, den Zuschauer ebenso forderndes wie fesselndes selbstreflexives Verfahren. Die Erzählung hält immer wieder inne, setzt neu an und hinterfragt ihre Perspektive(n). Der Film zeigt die Gesprächspartner, wie sie ihren eigenen Aussagen zuhören, sie korrigieren, ergänzen oder ihnen einfach nur zustimmen. Ohne dass der Fall nachträglich restlos (auf-)geklärt werden könnte, entsteht ein umso dichteres und facettenreicheres Bild von den zugrunde liegenden individuellen und gesellschaftlichen Umständen des Todes der beiden. Der Film verschafft den Opfern Respekt und verleiht den Hinterbliebenen ihre eigene Stimme in der Geschichte, seine unaufdringlich investigative Recherche enthüllt erschreckende Versäumnisse von Ermittlungsbehörden und Justiz.

Quelle: VISION KINO

Internetseite des Films: revision-film.eu/de

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